Wasser im Keller ist eines der häufigsten und teuersten Probleme im Eigenheim. Ein nachträglich eingebauter Bodenablauf im Keller schafft Abhilfe: Er leitet eingedrunges Wasser, Kondensfeuchtigkeit oder Reinigungswasser zuverlässig ab und verhindert Schäden an Böden, Wänden und Lagerware. Dieser Ratgeber erklärt Schritt für Schritt, wie der Einbau funktioniert, was er kostet und worauf Sie achten müssen.
Wann macht ein Bodenablauf im Keller Sinn?
Nicht jeder Keller braucht einen Bodenablauf – aber in diesen Situationen ist er fast unverzichtbar:
- Waschkeller mit Waschmaschine oder Heizung: Bei Schlauchplatzer oder Überlauf sammelt sich sofort Wasser – ein Ablauf verhindert größere Schäden
- Garage mit Direktzugang: Reifenwasser, Reinigungswasser und Streusalzreste müssen ablaufen können
- Keller mit Feuchtigkeitsproblemen: Als Teil eines umfassenden Entwässerungskonzepts sinnvoll
- Technikräume: Rund um Heizkessel, Warmwasserspeicher und Solaranlagen absichern
- Hobbykeller mit Nassbereich: Bei Heimwerkstatt, Werkzeugwäsche oder Getränkelager
Welcher Abfluss passt in den Keller? DN50 oder DN110?
Die Wahl des richtigen Abflussdurchmessers ist entscheidend:
- DN50 (50 mm): Geeignet für Waschmaschinenabfluss, Kondenswasser, geringe Wassermengen. Standard für einfache Keller-Bodenabläufe.
- DN75 (75 mm): Guter Kompromiss für mittlere Wassermengen und Reinigungszwecke
- DN110 (110 mm): Pflicht bei Anschluss an Hauptentwässerungsleitung, bei Garagen und bei höherem Rückstaurisiko – leitet große Wassermengen schnell ab
Wichtig: Im Keller droht bei starken Regenfällen oder Kanalüberlastung Rückstau aus dem öffentlichen Netz. Liegt der Boden des Ablaufs unterhalb der Rückstauebene (= Straßenoberkante), ist eine Rückstausicherung (Rückstauverschluss) Pflicht!
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Bodenablauf im Keller einbauen
Schritt 1: Planung und Vorbereitung
- Tiefsten Punkt des Kellerbodens bestimmen – dort kommt der Ablauf hin
- Prüfen, ob ein Abwasseranschluss in der Nähe vorhanden ist (Fallleitung, Grundleitung)
- Rückstauebene feststellen: Liegt der Kelleroden tiefer als der Straßenkanal? Falls ja: Rückstauverschluss einplanen
- Genehmigung prüfen: In den meisten Bundesländern muss ein Kellerablauf mit Hausanschluss dem zuständigen Abwasserbetrieb gemeldet werden
Schritt 2: Kern-Bohrung oder Aufbruch
Der Einbau erfordert einen Durchbruch im Betonboden:
- Für DN50/DN75: Kernbohrung Ø 110–130 mm ausreichend
- Für DN110: Kernbohrung Ø 160–180 mm oder Aufbruch mit Presslufthammer
- Tiefe des Durchbruchs: Bis zur Grundleitungsebene, mindestens 30–50 cm in der Regel
- Profi-Tipp: Kernbohrungsunternehmen für sauberes, rissfreies Ergebnis beauftragen – kostet ca. 80–150 € für einen Durchbruch
Schritt 3: Anschlussrohr verlegen
Vom Kernbohrloch bis zum Abwasseranschluss (Grundleitung oder Fallleitung) wird ein KG-Rohr DN50 oder DN110 verlegt. Wichtig:
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- Mindestgefälle 1 % (1 cm auf 1 m) in Fließrichtung
- Dichte Verbindungen mit Gummidichtungen herstellen
- Bei Anschluss unterhalb der Rückstauebene: Rückstauverschluss DN 100 oder DN 110 einbauen
Schritt 4: Bodenablauf einsetzen
Der eigentliche MCH-Bodenablauf wird jetzt eingesetzt:
- Ablauf auf Höhe Fertigfußboden ausrichten – er sollte 1–2 mm tiefer als der umgebende Boden liegen, damit Wasser hineinläuft
- Einmörtel-Manschette oder Klemmring nutzen, um den Ablauf mit dem Anschlussrohr zu verbinden
- Ablauf ausrichten und temporär fixieren (z.B. mit Holzkeilen)
- Geruchsverschluss (Siphon) am Ablauf überprüfen – dieser verhindert Gerüche aus dem Kanal
Schritt 5: Einbetonieren und Abschluss
Nach der Ausrichtung wird der Ablauf mit Beton oder Estrich eingebettet:
- Ablaufrahmen mit Klebeband abdecken, damit kein Beton in den Rinnenkörper gelangt
- Beton einfüllen und verdichten – mindestens 24 Stunden aushärten lassen
- Oberfläche glätten und ggf. Gefälle von 1–2 % zur Rinne hin erzeugen
- Nach Aushärtung: Klebeband entfernen, Rost einsetzen, Dichtigkeitsprüfung mit Wasser durchführen
Kosten für einen Kellerbodenablauf
| Position | Kosten (ca.) |
|---|---|
| MCH-Bodenablauf DN50 (Material) | 15–35 € |
| MCH-Bodenablauf DN110 (Material) | 25–55 € |
| Kernbohrung (Handwerker) | 80–150 € |
| Anschlussrohre, Dichtungen (Material) | 20–60 € |
| Rückstauverschluss (bei Bedarf) | 80–200 € |
| Gesamtkosten (Selbsteinbau) | ca. 150–300 € |
| Gesamtkosten (Handwerker) | ca. 400–800 € |
Ein versierter Heimwerker kann den Einbau (ohne Kernbohrung) selbst in einem halben Tag erledigen. Die Kernbohrung ist der technisch anspruchsvollste Schritt und wird meist an Fachbetriebe vergeben.
Häufige Fehler beim Einbau
- Kein Rückstauverschluss: Bei Kellerböden unterhalb der Rückstauebene ist das ein teurer Fehler – beim nächsten Starkregenereignis läuft der Kanal in den Keller zurück
- Zu kleiner Durchmesser: Ein DN50-Ablauf reicht bei Garagen oder großen Flächen nicht aus – lieber eine Nummer größer wählen
- Kein Gefälle zum Ablauf: Stehendes Wasser fließt nicht von selbst in den Ablauf – der Boden muss ein sichtbares Gefälle aufweisen
- Fehlender Geruchsverschluss: Ohne Siphon riecht es nach Kanalgas – bei Kellerräumen besonders unangenehm
Fazit
Ein Bodenablauf im Keller ist eine sinnvolle Investition, die vor kostspieligen Wasserschäden schützt. Mit einem MCH-Bodenablauf DN50 oder DN110, dem richtigen Anschluss und – falls nötig – einem Rückstauverschluss ist der Keller dauerhaft gesichert. Den Einbau kann ein geübter Heimwerker selbst durchführen; für Kernbohrung und Kanalanschluss lohnt es sich, einen Fachbetrieb zu beauftragen.
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