Wer einen neuen Bodenablauf kaufen oder einbauen möchte, stößt schnell auf die Frage: DN 50, DN 75 oder DN 110 – welche Nennweite ist die richtige? Die Wahl des falschen Rohrdurchmessers führt zu schlechtem Abfluss oder teuren Nacharbeiten. In diesem Ratgeber erklären wir den Unterschied und helfen dir bei der richtigen Entscheidung.
Was bedeutet DN beim Bodenablauf?
DN steht für Diameter Nominal – der Nenndurchmesser des Abflussrohrs in Millimetern. Er beschreibt den Innendurchmesser des Rohres, das an den Bodenablauf angeschlossen wird. Je größer der DN-Wert, desto mehr Wasser kann pro Zeiteinheit abfließen.
- DN 50 = 50 mm Innendurchmesser
- DN 75 = 75 mm Innendurchmesser
- DN 110 = 110 mm Innendurchmesser
DN 50 – der Standard für Duschen
DN 50 ist der am häufigsten verwendete Anschluss für Bodenabläufe im Wohnbereich. Er ist in den meisten Badezimmern bereits als Abwasseranschluss vorhanden.
Abflussleistung: ca. 0,8–1,2 Liter pro Sekunde
Geeignet für:
- Ebenerdige Duschen und Duschrinnen
- Standard-Badezimmer mit normaler Nutzung
- Waschmaschinenablauf
- Balkone und Terrassen mit kleiner Entwässerungsfläche (bis ca. 15 m²)
Nicht geeignet für: Bereiche mit hohem Wasseranfall, große Flächen, gewerbliche Nutzung
DN 75 – der Kompromiss
DN 75 ist seltener verbaut, bietet aber deutlich mehr Kapazität als DN 50 bei noch handlichem Rohrdurchmesser.
Abflussleistung: ca. 1,8–2,5 Liter pro Sekunde
Geeignet für:
- Größere Duschflächen (ab 90 × 90 cm)
- Regenduschen mit hohem Wasservolumen
- Terrassen und Balkone mittlerer Größe (15–30 m²)
- Kellerböden mit gelegentlichem Wasseranfall
Wichtig: Prüfe vorher, ob DN 75 in deiner Hausinstallation bereits vorhanden ist – eine Rohrvergrößerung erfordert Umbauarbeiten.
DN 110 – für große Flächen und starken Regen
DN 110 ist der Standarddurchmesser für die Hauptabwasserleitung im Haus – und für alle Anwendungen, wo viel Wasser schnell abfließen muss.
Abflussleistung: ca. 4–6 Liter pro Sekunde
Geeignet für:
- Hofentwässerung, Einfahrten, Garagenböden
- Große Terrassen (ab 30 m²)
- Flachdächer mit Dachentwässerung
- Gewerbliche Küchen, Werkstätten
- Kellerabläufe bei Hochwassergefahr
Direkter Vergleich: DN 50 vs DN 75 vs DN 110
Die folgende Übersicht hilft dir bei der schnellen Entscheidung:
- DN 50: Dusche, Bad, kleiner Balkon → Standard, günstig, überall verfügbar
- DN 75: Große Dusche, Regendusche, mittlere Terrasse → mehr Kapazität, seltener verbaut
- DN 110: Hof, Garage, Dach, Gewerbe → maximale Leistung, großer Einbauaufwand
Welchen Bodenablauf brauche ich wirklich?
Die einfachste Regel: Nimm den DN-Wert, der bereits in deiner Hausinstallation vorhanden ist. Eine Anpassung des Rohrdurchmessers erfordert oft aufwendige Stemmarbeiten.
Wenn du neu baust oder umbaust, gilt:
- Dusche im Bad → DN 50 ist ausreichend
- Regendusche oder große Duschfläche → mindestens DN 50, für mehr Komfort DN 75
- Terrasse, Balkon → abhängig von der Fläche: bis 15 m² reicht DN 50, darüber DN 75 oder DN 110
- Hofrinne, Einfahrt → DN 110 Pflicht
Bodenablauf mit Geruchsverschluss – immer Pflicht
Unabhängig vom DN-Wert: Jeder Bodenablauf braucht einen Geruchsverschluss (Siphon oder Klappe). Er verhindert, dass Kanalgerüche und -gase in den Wohn- oder Arbeitsbereich aufsteigen. Bei seltener genutzten Abläufen (z. B. Kellerablauf) empfiehlt sich eine Geruchsverschlussklappe, die auch bei ausgetrocknetem Wasserschloss schließt.
Unsere Bodenabläufe im Überblick
Im MCH-Onlineshop findest du Bodenabläufe in DN 50 und DN 110 – für Dusche, Terrasse, Hof und Keller. Alle Modelle inkl. Geruchsverschluss und herausnehmbarem Rost. Für Duschrinnen mit DN-50-Anschluss schau auch in unsere Kunststoff-Duschrinnen und Edelstahlrinnen.
Fazit
Die Wahl zwischen DN 50, DN 75 und DN 110 hängt vom Einsatzort und der zu entwässernden Fläche ab. Für Standardduschen reicht DN 50 problemlos. Wer große Flächen oder starken Wasseranfall hat, greift zu DN 75 oder DN 110. Im Zweifel: Bestandsrohr prüfen und den passenden Ablauf dazu wählen. Unser Ratgeber hilft bei weiteren Fragen.